zwischen Hermes und Bogner
Ich fülle den Anamnesebogen flink aus
angetrieben von all dem um mich herum
zwei Tests, ein Netzhautscan
zurück ins Wartezimmer
dort zücke ich mein Buch
aber keine Sekunde später schon wieder der Aufruf
im Behandlungszimmer erneuter Anlauf
aber der behandelnde Arzt kommt schon durch die Schiebetür
lässig hereinmaschiert
grünes Polo, Jeans, eine Rolex oder so an seinem breiten Handgelenk
Fachbegriffe feuern aus seinem Mund – wie aus einem Maschinengewehr
aber präzise
kein Wort zu viel
verwaltete, rationale Welt
manchmal berauscht sie doch
kleiner Jungspund allein im Wartezimmer völlig orientierungs- und planlos
stottert sich einen zurecht
aber er ist da und das ist was zählt
die Dame von der Rezeption – mit filigran vom Boden abgesetzten slingback-pumps und beigen Hosenanzug –
nimmt ihn an die Hand
Bewunderung und Verachtung für all das zugleich

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